Hypnose-Ratgeber

Wie funktioniert Hypnose? Was im Gehirn passiert und was belegt ist

Die direkte Antwort

Hypnose funktioniert über gebündelte Aufmerksamkeit. Eine Stimme lenkt deine Aufmerksamkeit nach innen, bis die Umgebung in den Hintergrund rückt. In diesem Zustand, der Trance, prüft der Verstand weniger, und Vorstellungen wirken stärker auf Körper und Gefühle. Ein Satz oder ein Bild, die Suggestion, kommt dann leichter an. Im Hirnscanner zeigt sich dabei eine veränderte Aktivität in Regionen für Aufmerksamkeit, Sorgen und Körperwahrnehmung. Du bleibst die ganze Zeit wach und kannst jederzeit aufhören.

Wer an Hypnose denkt, sieht oft eine Bühne vor sich. Ein Mann schnippt mit den Fingern, und ein Freiwilliger gackert wie ein Huhn.

Die Hypnose, mit der Zahnärzte, Narkoseärzte und Psychotherapeuten arbeiten, sieht anders aus. Ein Mensch liegt oder sitzt, hört eine ruhige Stimme und spürt, wie sein Arm schwer wird. Ich arbeite seit vielen Jahren mit Hypnose und habe 2020 Hypnobreath® entwickelt, eine Methode, in der Hypnose, sanftes Breathwork und Musik in einer Session zusammenlaufen. Über 5.000 Menschen haben meine Kurse gemacht.

In diesem Artikel steht, was in Hypnose passiert, was die Forschung dazu gemessen hat, wo die Grenzen liegen und welche Risiken es gibt. Die Studien findest du am Ende unter Quellen.

Was ist Hypnose?

Die American Psychological Association beschreibt Hypnose als Bewusstseinszustand mit gebündelter Aufmerksamkeit und verringerter Wahrnehmung der Umgebung, in dem Menschen stärker auf Suggestionen ansprechen (Elkins und Kollegen, 2015). Den Zustand selbst nennt man Trance.

Trance kennst du aus dem Alltag. Du liest ein Buch und hörst nicht, dass jemand deinen Namen ruft. Im Kino zuckst du zusammen, obwohl du weißt, dass der Hai aus Gummi ist. Hypnose nutzt diese Fähigkeit gezielt und verbindet sie mit einem Ziel.

Den Begriff prägte der schottische Arzt James Braid 1843. Er hielt den Zustand zuerst für eine Art Nervenschlaf und griff deshalb zum griechischen Wort hypnos für Schlaf. Später merkte er, dass seine Patienten wach waren und sich ganz auf eine einzige Vorstellung konzentrierten. Der Name blieb trotzdem.

So funktioniert Hypnose

Eine Hypnose läuft fast immer in vier Teilen ab, egal ob in der Praxis, über Kopfhörer oder als Selbsthypnose.

  1. Einleitung

    Die Stimme lenkt deine Aufmerksamkeit auf etwas Einfaches: einen Punkt an der Wand, den Atem, das Gewicht der Arme. Die Fachleute nennen das Induktion. Nach einigen Minuten werden die Lider schwer, der Atem langsamer.

  2. Vertiefung

    Bilder wie eine Treppe, die du Stufe für Stufe hinuntergehst, oder ein Zählen von zehn bis eins führen tiefer. Die Geräusche im Raum bleiben hörbar und stören weniger.

  3. Suggestion

    Jetzt kommt der eigentliche Inhalt. Ein Satz wie „Mit jedem Ausatmen wird dein Nacken weicher“ oder ein Bild, das eine Veränderung zeigt, als wäre sie schon da.

  4. Ausleitung

    Die Stimme zählt dich zurück, meist von eins bis fünf. Du bewegst Finger und Zehen, öffnest die Augen und streckst dich. Bei Hypnosen zum Einschlafen fällt die Ausleitung weg.

Warum Suggestionen in Trance stärker wirken

In Trance passieren drei Dinge gleichzeitig. Die Aufmerksamkeit wird enger und richtet sich nach innen. Der Verstand prüft weniger, was er hört. Und Vorstellungen bekommen mehr Gewicht.

Wie stark eine Vorstellung auf den Körper wirkt, merkst du auch ohne Hypnose. Denk an eine Zitrone, die du aufschneidest und in die du hineinbeißt. Bei den meisten Menschen läuft dabei Speichel im Mund zusammen. In Trance fällt so eine Reaktion deutlicher aus, weil weniger Gedanken dazwischenfunken. Wer in Hypnose hört, dass sein Arm schwer wird, spürt die Schwere oft tatsächlich.

Einen großen Teil dieser Wirkung erklärt die Erwartung. Der US-Psychologe Irving Kirsch hat beschrieben, wie das, was ein Mensch sicher erwartet, sein Erleben verändert (American Psychologist, 1985). Hypnose bündelt Erwartung und Vorstellung in einem Moment, in dem wenig anderes Platz hat.

Was in Hypnose im Gehirn passiert

Hypnose verändert die Arbeit des Gehirns messbar. Zwei Studien zeigen das besonders deutlich.

Der innere Alarm wird leiser

Forscher um David Spiegel an der Stanford University haben 2017 Menschen, die stark auf Hypnose ansprechen, im Hirnscanner mit Menschen verglichen, die kaum ansprechen (Jiang und Kollegen, Cerebral Cortex). In Hypnose fanden sie drei Veränderungen. Das dorsale anteriore Cingulum, das auf Sorgen und Konflikte anspringt, wurde ruhiger. Der präfrontale Kortex koppelte enger an die Insula, die Signale aus dem Körper verarbeitet. Und die Verbindung zwischen dem präfrontalen Kortex und dem Netzwerk für Selbstbeobachtung wurde schwächer.

Übersetzt heißt das: Der innere Alarm wird leiser, der Körper deutlicher, und man handelt, ohne sich ständig selbst dabei zuzuschauen.

Derselbe Reiz fühlt sich anders an

Pierre Rainville und Kollegen ließen Versuchspersonen die Hand in heißes Wasser halten (Science, 1997). In Hypnose bekamen sie die Suggestion, der Schmerz sei mehr oder weniger unangenehm. Die Temperatur blieb gleich. Auch die Region, die die Hitze als Reiz registriert, veränderte sich kaum. Stark veränderte sich das anteriore Cingulum, das bewertet, wie sehr ein Schmerz quält. Die Versuchspersonen bewerteten den Schmerz passend zur Suggestion.

Fabian Ries steht in einem runden Holzraum, um ihn herum liegen Teilnehmer unter Decken auf Matten und ruhen nach einer Session
Nach einer Session im Kuppelraum: Die Teilnehmer liegen noch still unter ihren Decken.

Ist Hypnose echt?

Ja. Die Hirnscans oben zeigen messbare Veränderungen, die bei Menschen, die kaum auf Hypnose ansprechen, unter denselben Bedingungen ausbleiben. Dazu kommt, dass Menschen sehr unterschiedlich stark auf Hypnose ansprechen, und diese Unterschiede lassen sich messen.

Hypnotisierbarkeit

In standardisierten Tests wie der Stanford-Skala sprechen 10 bis 15% der Menschen kaum an, 70 bis 80% mittel und 10 bis 15% sehr stark (Woody und Barnier, 2008). Die Werte bleiben über Jahrzehnte stabil. Eine Studie hat dieselben Menschen nach 25 Jahren noch einmal getestet und fand eine hohe Übereinstimmung (Piccione, Hilgard und Zimbardo, 1989).

Für den Alltag heißt das: Fast jeder kann Trance erleben. Wie tief sie wird, ist verschieden, und Übung hilft.

Und die Bühnenhypnose?

Bühnenhypnotiseure testen das Publikum vorher mit kleinen Übungen, etwa verschränkten Händen, die angeblich nicht mehr auseinandergehen. Nach vorn holen sie nur die Menschen, die am stärksten reagieren und Lust auf die Show haben. Dazu kommen Scheinwerfer, Applaus und die Erwartung des Saals. Deshalb wirkt eine Show wie Magie. Sie zeigt eine echte Fähigkeit, ausgewählt und zugespitzt für die Bühne.

Ist Hypnose wissenschaftlich belegt?

Für einige Anwendungen ist die Wirkung gut belegt, für andere gibt es erst wenige oder kleine Studien. In Deutschland hat der Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie die Hypnotherapie 2006 als wissenschaftlich anerkannte Methode eingestuft, zunächst für psychosomatische Störungen und Abhängigkeiten wie das Rauchen.

Das Deutsche Ärzteblatt hat 2016 eine Übersicht über Metaanalysen veröffentlicht (Häuser und Kollegen). In 34 kontrollierten Studien mit 2.597 Patienten senkte Hypnose Schmerzen und seelische Belastung bei medizinischen Eingriffen. In 8 Studien mit 464 Patienten linderte sie die Beschwerden beim Reizdarmsyndrom. Die Autoren nennen medizinische Hypnose ein sicheres und wirksames ergänzendes Verfahren und weisen darauf hin, dass viele Einzelstudien methodische Schwächen haben.

Bereich Ergebnis Quelle
Angst17 Studienarme: Teilnehmern mit Hypnose ging es besser als 79% der Vergleichsgruppe, bei der letzten Nachmessung besser als 84%.Valentine und Kollegen, 2019
Eingriffe beim Arzt34 Studien, 2.597 Patienten: weniger Schmerz und seelische Belastung.Häuser und Kollegen, 2016
Reizdarm8 Studien, 464 Patienten: weniger Beschwerden.Häuser und Kollegen, 2016
Rauchen20 Teilnehmer, acht Sitzungen: 40% nach einem halben Jahr rauchfrei, per Atemtest geprüft.Elkins und Kollegen, 2006
Schlaf70 Frauen, Mittagsschlaf: rund 80% mehr Tiefschlaf, nur bei gut ansprechenden Teilnehmerinnen.Cordi und Kollegen, 2014
Stimmung13 Studienarme, depressive Beschwerden: besser als 76% der Vergleichsgruppe.Milling und Kollegen, 2019

Die Rauchstopp-Studie ist klein, die Schlafstudie lief mit gesunden Frauen und einem einzigen Mittagsschlaf. Solche Ergebnisse zeigen, was möglich ist. Wie stark der Effekt bei dir ausfällt, hängt von deinem Anliegen, deiner Ansprechbarkeit und der Wiederholung ab.

Hilft Hypnose bei Angst und Angststörungen?

Bei Angst ist die Studienlage für Hypnose vergleichsweise gut. Valentine und Kollegen haben 2019 kontrollierte Studien zu Angst ausgewertet. Am Ende der Behandlung ging es den Menschen mit Hypnose besser als 79% der Vergleichsgruppe. Bei der letzten Nachmessung war der Abstand größer, 84%.

Eine diagnostizierte Angststörung oder Panikstörung gehört in ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung. Hypnose kann dort ein Teil der Therapie sein, viele Hypnotherapeuten verbinden sie mit Verhaltenstherapie. Selbsthypnose und geführte Sessions eignen sich, um im Alltag Anspannung abzubauen, und ersetzen keine Behandlung.

Warum gerade ängstliche Menschen mit klassischer Hypnose oft schwer in Trance kommen, beschreibe ich im Vergleich Hypnobreath® und klassische Hypnose. Für akute Momente helfen Atemübungen gegen Angst.

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Ist Hypnose gefährlich?

Bei seriöser Anwendung ist Hypnose sicher. Die Übersicht im Ärzteblatt fand kaum Nebenwirkungen. In einer der ausgewerteten Metaanalysen mit fünf Studien berichtete ein Patient von Schwindel, ein anderer brach wegen einer Panikattacke ab. Einige Punkte solltest du trotzdem kennen.

Du behältst die Kontrolle

In Trance hörst du, was gesagt wird, und kannst jederzeit die Augen öffnen. Eine Trance endet von selbst. Hört die Stimme auf, kommst du nach einigen Minuten zurück oder schläfst ein und wachst normal auf. Steckenbleiben kann man nicht.

Wann Hypnose nicht passt

In der Fachliteratur zur Hypnotherapie gelten akute Psychosen und paranoide Erkrankungen als Gegenanzeige (Peter und Revenstorf). Bei Borderline-Störungen, histrionischer Persönlichkeitsstörung und unverarbeiteten Traumata gehört Hypnose in die Hände erfahrener Therapeuten. Wer in Behandlung ist, spricht vorher mit seinem Arzt oder Therapeuten.

Erinnerungen aus Hypnose sind unzuverlässig

Hypnose verbessert das Gedächtnis kaum. Eine Auswertung von Laborstudien zeigt, dass Menschen in Hypnose sich ihrer Erinnerungen sicherer fühlen und bei suggestiven Fragen mehr Fehler machen (Steblay und Bothwell, 1994). Was in einer Hypnose als „verdrängte Erinnerung“ auftaucht, kann deshalb auch entstanden sein.

Hypnose mit Atem

Bei Hypnobreath® kommen kurze Atempausen dazu. Bei schweren Erkrankungen verkürzt du sie, im Zweifel sprichst du vorher mit deinem Arzt.

Hypnosetherapie: Was ist das?

Hypnosetherapie, auch Hypnotherapie genannt, ist Hypnose als Teil einer Behandlung. Ein Arzt, Psychotherapeut oder Heilpraktiker nutzt die Trance, um an einem Beschwerdebild zu arbeiten, etwa an Ängsten, Schmerzen oder dem Rauchen.

Es gibt zwei große Richtungen. Die klassische Hypnose arbeitet mit direkten Anweisungen wie „Deine Augen werden schwer“. Die Hypnotherapie nach dem US-Psychiater Milton H. Erickson arbeitet indirekter, mit Geschichten, Bildern und Metaphern, die der Klient selbst mit Bedeutung füllt.

Wer darf Hypnose anbieten?

„Hypnotiseur“ und „Hypnosecoach“ sind in Deutschland keine geschützten Berufe. Wer mit Hypnose Krankheiten behandelt, braucht eine Approbation als Arzt oder Psychotherapeut oder eine Heilpraktikererlaubnis. Hypnose zur Entspannung oder im Coaching ohne Heilversprechen ist ohne diese Erlaubnis möglich.

Ein Anbieter ist seriös, wenn er offen über seine Ausbildung spricht, vor der ersten Sitzung nach Erkrankungen fragt und keine Heilung in einer Sitzung verspricht.

Wer Hypnose selbst lernen will, für sich oder für Klienten, findet einen Überblick über Wege, Kosten und Abschlüsse im Artikel Hypnose-Ausbildung oder Hypnobreath®.

Warum Atmung Hypnose verstärken kann

Fast jede Hypnose beginnt mit dem Atem. „Atme ruhig ein und lass die Luft langsam wieder raus“ gehört zu den ersten Sätzen vieler Einleitungen. Ich halte den Atem für mehr als einen Einstieg. Vier Gründe sprechen dafür, dass er die Trance tiefer und leichter macht.

Der Körper beruhigt sich zuerst

Eine Übersicht aus Pisa hat 15 Studien zu langsamem Atmen mit weniger als zehn Atemzügen pro Minute ausgewertet (Zaccaro und Kollegen, 2018). Die Herzratenvariabilität stieg, ein Zeichen dafür, dass der Vagusnerv und damit der Ruhenerv aktiver wird. Im EEG nahmen die Alpha-Wellen zu, die zu entspannter Wachheit gehören. Die Teilnehmer fühlten sich ruhiger und weniger ängstlich. In Stanford übten 108 Menschen einen Monat lang täglich fünf Minuten (Balban und Kollegen, 2023). Wer mit langer Ausatmung atmete, hob seine Stimmung stärker als die Gruppe mit Achtsamkeitsmeditation, und der Atem wurde auch in Ruhe langsamer.

Für die Hypnose heißt das: Ein Körper, der schon ruhig ist, muss nicht erst über Worte beruhigt werden.

Der Kopf bekommt eine Aufgabe

Viele Menschen kommen schwer in Trance, weil ein Teil von ihnen ständig prüft, ob es schon funktioniert. In meinen Sessions sehe ich, dass ein gleichmäßiger Atemrhythmus genau diesen Teil beschäftigt. Wer Ein- und Ausatmung im Takt hält, hat weniger Platz für Kommentare. Das passt zu den Hirnscans von Jiang und Kollegen: In Hypnose wird die Verbindung zum Netzwerk für Selbstbeobachtung schwächer.

Der Körper liefert spürbare Belege

Verbundenes Atmen erzeugt schnell Empfindungen wie Wärme, Kribbeln in den Händen oder Schwere. Sagt die Stimme in diesem Moment „Deine Hände werden warm“, bestätigt der Körper die Suggestion. Nach Kirsch wirkt das, was ein Mensch sicher erwartet, besonders stark. Jede passende Empfindung stärkt diese Erwartung, und die nächste Suggestion kommt leichter an.

Nasenatmung erreicht die Gefühlszentren

Forscher der Northwestern University haben bei Epilepsie-Patienten mit Elektroden im Gehirn gemessen, dass der Rhythmus der Nasenatmung die Hirnwellen in Riechrinde, Amygdala und Hippocampus mitnimmt (Zelano und Kollegen, Journal of Neuroscience 2016). Beim Einatmen durch die Nase erkannten die Teilnehmer ängstliche Gesichter schneller und erinnerten sich besser. Bei Mundatmung verschwand der Effekt.

Was offen ist

Studien, die Hypnose mit und ohne Atemübung direkt vergleichen, gibt es bisher kaum. Die vier Gründe setzen sich aus belegten Einzelbefunden und meiner Erfahrung aus Sessions zusammen. Wie groß der zusätzliche Effekt des Atems ist, muss die Forschung erst zeigen.

Hypnose ohne Hypnotiseur: Selbsthypnose und Hypnobreath®

Hypnose funktioniert auch ohne zweiten Menschen im Raum. Bei der Selbsthypnose leitest du die Trance selbst ein, gibst dir die Suggestion und holst dich zurück. Wie das Schritt für Schritt geht, steht in der Anleitung zur Selbsthypnose.

Bei Hypnobreath® laufen Hypnose, sanftes Breathwork und Musik gleichzeitig. Du liegst, Kopfhörer auf, atmest im Takt der Musik sanft durch die Nase, und meine Stimme führt dich mit Suggestionen. Der Atem gibt dem Kopf etwas zu tun, und die Trance kommt über den Körper. Eine Session dauert 25 bis 60 Minuten.

Deckblatt der Bachelor-Thesis an der FH Nordhessen: Evaluation eines 7-wöchigen Hypnobreath-Programms anhand ausgewählter Gesundheitsparameter

Für Hypnobreath® gibt es eine Bachelorarbeit von Nadine Vergote an der DIPLOMA Hochschule (Private Fachhochschule Nordhessen), 2024: 15 Probanden, sieben Wochen, Vorher-nachher-Vergleich ohne Kontrollgruppe. Danach lagen Resilienz (RS-13) 13% und Atemeffizienz (BOLT) 43% höher, die kognitive Leistungsfähigkeit (D2) 16% höher und der Wert für Schlafprobleme (PSQI) 27% niedriger.

„Ich war noch nie so tief in Trance [...] Ach ja, meine Panikattacken sind auch weg“

Claudia, Kursteilnehmerin

Häufige Fragen zur Hypnose

Bekommt man in Hypnose alles mit?

Ja, meistens. Du hörst die Stimme und die Geräusche im Raum, sie rücken nur in den Hintergrund. Manche Menschen erinnern sich hinterher an einzelne Passagen nicht, so wie man nach einem Tagtraum Lücken hat.

Kann jeder hypnotisiert werden?

Fast jeder spricht in gewissem Maß auf Hypnose an. In standardisierten Tests reagieren 70 bis 80% der Menschen mittel, 10 bis 15% sehr stark und 10 bis 15% kaum. Wer kaum anspricht, kommt oft über den Körper leichter in Trance, etwa über Atem und Musik.

Kann man in Hypnose steckenbleiben?

Nein. Eine Trance endet von selbst. Hört die Stimme auf, kommst du nach einigen Minuten zurück oder schläfst ein und wachst normal auf.

Kann man in Hypnose zu etwas gebracht werden, das man nicht will?

In der therapeutischen Hypnose behältst du die Kontrolle und kannst die Trance jederzeit unterbrechen. Was auf Bühnen wie Willenlosigkeit aussieht, beruht auf Auswahl: Der Hypnotiseur holt nur die Freiwilligen nach vorn, die in Vortests am stärksten reagieren und mitmachen wollen.

Wie lange hält die Wirkung einer Hypnose an?

Das hängt vom Anliegen und von der Wiederholung ab. In der Auswertung von Valentine und Kollegen zu Angst war der Abstand zur Vergleichsgruppe bei der letzten Nachmessung größer als am Behandlungsende. In der Rauchstopp-Studie von Elkins waren 40% der Teilnehmer nach einem halben Jahr noch rauchfrei.

Wie viele Hypnose-Sitzungen braucht man?

Eine feste Zahl gibt es nicht. In der Rauchstopp-Studie von Elkins waren es acht Sitzungen in rund zwei Monaten. Bei Selbsthypnose und geführten Aufnahmen zählt die tägliche Wiederholung über mehrere Wochen.

Wie funktioniert Selbsthypnose?

Genauso wie Hypnose, nur ohne Hypnotiseur. Du leitest die Trance selbst ein, zum Beispiel mit einem fixierten Punkt und langsamem Atem, vertiefst sie durch Zählen, wiederholst einen kurzen Satz und holst dich wieder zurück. Ein Durchgang dauert 10 bis 20 Minuten. Die ganze Anleitung steht unter Selbsthypnose lernen.

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Quellen und weiterführende Literatur

  • Elkins, Gary R.; Barabasz, Arreed F.; Council, James R.; Spiegel, David: Advancing Research and Practice: The Revised APA Division 30 Definition of Hypnosis. International Journal of Clinical and Experimental Hypnosis, 63(1), 2015.
  • Braid, James: Neurypnology, or the Rationale of Nervous Sleep. London, 1843.
  • Kirsch, Irving: Response expectancy as a determinant of experience and behavior. American Psychologist, 40(11), 1985.
  • Jiang, Heidi; White, Matthew P.; Greicius, Michael D.; Waelde, Lynn C.; Spiegel, David: Brain Activity and Functional Connectivity Associated with Hypnosis. Cerebral Cortex, 27(8), 2017.
  • Rainville, Pierre; Duncan, Gary H.; Price, Donald D.; Carrier, Benoît; Bushnell, M. Catherine: Pain affect encoded in human anterior cingulate but not somatosensory cortex. Science, 277, 1997.
  • Woody, Erik Z.; Barnier, Amanda J.: Hypnosis scales for the twenty-first century. In: Nash & Barnier (Hrsg.), The Oxford Handbook of Hypnosis. Oxford University Press, 2008.
  • Piccione, Carlo; Hilgard, Ernest R.; Zimbardo, Philip G.: On the degree of stability of measured hypnotizability over a 25-year period. Journal of Personality and Social Psychology, 56(2), 1989.
  • Eberwein, Werner: Moderne Hypnotherapie: Im Dialog mit dem Unbewussten. Deutsches Ärzteblatt PP, 12(8), 2013.
  • Häuser, Winfried; Hagl, Maria; Schmierer, Albrecht; Hansen, Ernil: Wirksamkeit, Sicherheit und Anwendungsmöglichkeiten medizinischer Hypnose. Eine systematische Übersicht von Metaanalysen. Deutsches Ärzteblatt International, 113, 2016.
  • Valentine, Kathryn E.; Milling, Leonard S.; Clark, Lauren J.; Moriarty, Caitlin L.: The efficacy of hypnosis as a treatment for anxiety: A meta-analysis. International Journal of Clinical and Experimental Hypnosis, 67(3), 2019.
  • Elkins, Gary; Marcus, Jeffrey; Bates, Jill; Rajab, M. Hasan; Cook, Teresa: Intensive hypnotherapy for smoking cessation: A prospective study. International Journal of Clinical and Experimental Hypnosis, 54(3), 2006.
  • Cordi, Maren J.; Schlarb, Angelika A.; Rasch, Björn: Deepening sleep by hypnotic suggestion. Sleep, 37(6), 2014.
  • Milling, Leonard S.; Valentine, Kathryn E.; McCarley, Hannah S.; LoStimolo, Lindsey M.: A meta-analysis of hypnotic interventions for depression symptoms. American Journal of Clinical Hypnosis, 61(3), 2019.
  • Peter, Burkhard; Revenstorf, Dirk: Kontraindikationen, Bühnenhypnose und Willenlosigkeit. In: Revenstorf, Peter & Rasch (Hrsg.), Hypnose in Psychotherapie, Psychosomatik und Medizin. Springer, 2023.
  • Steblay, Nancy M.; Bothwell, Robert K.: Evidence for hypnotically refreshed testimony: The view from the laboratory. Law and Human Behavior, 18(6), 1994.
  • Zaccaro, Andrea; Piarulli, Andrea; Laurino, Marco; Garbella, Erika; Menicucci, Danilo; Neri, Bruno; Gemignani, Angelo: How Breath-Control Can Change Your Life: A Systematic Review on Psycho-Physiological Correlates of Slow Breathing. Frontiers in Human Neuroscience, 12, 2018.
  • Balban, Melis Yilmaz; Neri, Eric; Kogon, Manuela M.; Weed, Lara; Nouriani, Bita; Jo, Booil; Holl, Gary; Zeitzer, Jamie M.; Spiegel, David; Huberman, Andrew D.: Brief structured respiration practices enhance mood and reduce physiological arousal. Cell Reports Medicine, 4(1), 2023.
  • Zelano, Christina; Jiang, Heidi; Zhou, Guangyu; Arora, Nikita; Schuele, Stephan; Rosenow, Joshua; Gottfried, Jay A.: Nasal Respiration Entrains Human Limbic Oscillations and Modulates Cognitive Function. Journal of Neuroscience, 36(49), 2016.
  • Vergote, Nadine (2024): Bachelorarbeit zur Evaluation eines siebenwöchigen Hypnobreath®-Programms. DIPLOMA Hochschule (Private Fachhochschule Nordhessen). Prä-Post-Vergleich, 15 Probanden, 7 Wochen, ohne Kontrollgruppe.

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