Die direkte Antwort
Breathwork ist der Sammelbegriff für Atemtechniken, bei denen du Tempo, Tiefe und Rhythmus deiner Atmung bewusst veränderst, um Körper und Gefühle zu beeinflussen. Auf Deutsch heißt das Atemarbeit. Eine Breathwork-Session ist eine angeleitete Einheit von 25 Minuten bis drei Stunden, in der Gruppe, online oder einzeln. Es gibt zwei Richtungen: aktivierende Formen mit schneller Atmung (Wim-Hof-Methode, holotropes Atmen, Rebirthing, 9D Breathwork) und sanfte, regulierende Formen mit langsamer Nasenatmung (verbundene Nasenatmung, kohärentes Atmen, Buteyko, Pranayama).
Liegen, Augen zu, Kopfhörer auf. Nach ein paar Minuten werden die Hände warm. Irgendwann merkst du, dass du schon länger an nichts mehr gedacht hast. So sieht eine Breathwork-Session aus, wie ich sie seit 2020 anleite.
Ich kenne auch die andere Seite. Ich habe eine Rebirthing-Ausbildung gemacht und war 17 Tage in einem Camp in Portugal, jeden Tag Rebirthing, mal als Teilnehmer, mal als Begleiter. Bei heftiger Atmung verkrampfen die einen, die anderen haben Schmerzen, der Dritte hat eine Panikattacke. Beides heißt Breathwork.
Was ist Breathwork?
Breathwork ist bewusstes, angeleitetes Atmen mit einem Ziel. Du atmest für eine bestimmte Zeit anders als sonst: schneller oder langsamer, durch den Mund oder durch die Nase, mit oder ohne Pausen.
Rund 25.000 Atemzüge machst du am Tag, fast alle unbemerkt, und trotzdem kannst du jeden einzelnen steuern. Atmest du langsam, sinkt der Puls. Atmest du schnell, steigt er. Dein Nervensystem folgt dem Atem.
Im Yoga heißt die Atemlehre Pranayama. In den 1970er Jahren entstanden in den USA Rebirthing von Leonard Orr und holotropes Atmen von Stanislav und Christina Grof. Mit Wim Hof kam die Atemarbeit in die Fitnessstudios.
Breathwork, Atemübung oder Atemmeditation?
Eine Atemübung dauert ein paar Minuten, eine Session ist länger, angeleitet und meist mit Musik. Führt dich der Atem in einen meditativen Zustand, spricht man von Atemmeditation.
Wie läuft eine Breathwork-Session ab?
Eine Breathwork-Session hat drei Teile: Ankommen mit kurzer Einführung, die Atemphase mit Musik und eine Ruhephase zum Nachspüren. In der Gruppe, online und einzeln ist der Ablauf fast gleich.
Vor der Session
Iss zwei Stunden vorher nichts Schweres. Zieh etwas Bequemes an, das am Bauch nicht drückt, und leg dir eine Decke bereit, weil du beim stillen Liegen auskühlst. Für Sessions mit Musik brauchst du Kopfhörer.
Während der Session
Du liegst mit geschlossenen Augen auf dem Rücken. Die Anleitung gibt den Atem vor, oft über den Takt der Musik: bei aktivierenden Formen schnell und tief durch den Mund, bei sanften langsam durch die Nase, ohne Pause zwischen Ein- und Ausatmen. Dazwischen hältst du oft die Luft an und tust nichts.
Nach der Session
Am Ende liegst du still, der Atem läuft von allein, und es setzt sich, was hochkam. In Gruppen folgt oft ein Austausch. Trink Wasser und plane danach keinen Termin.
Breathwork online
Online funktioniert besser, als viele erwarten. Ich habe Hypnobreath® live über Zoom mit über 300 Menschen gleichzeitig angeleitet. Jeder liegt bei sich zu Hause, die Musik kommt über die Kopfhörer, meine Stimme auch.
Welche Formen von Breathwork gibt es?
Breathwork lässt sich in zwei Richtungen einteilen. Aktivierende Formen arbeiten mit schneller, tiefer Atmung, oft durch den Mund, und versetzen das Nervensystem in Alarm. Sanfte, regulierende Formen arbeiten mit langsamer Atmung durch die Nase und beruhigen das Nervensystem.
Der Unterschied liegt im Kohlendioxid. Wer schnell und viel atmet, atmet mehr CO2 ab, als der Körper nachbildet. Das ist Hyperventilation: Das Blut wird basischer, Hände und Lippen kribbeln, und genau das macht die aktivierenden Formen so intensiv. Wer langsam durch die Nase atmet, hält das CO2 im Gleichgewicht, und das Blut gibt den Sauerstoff gut ans Gewebe ab (Bohr-Effekt).
| Form | Richtung | Atmung | Dauer |
|---|---|---|---|
| Wim-Hof-Methode | aktivierend | 30 bis 40 schnelle Atemzüge, dann Luft anhalten, 3 bis 4 Runden | ca. 15 Min. |
| Holotropes Atmen | aktivierend | Schnelle, tiefe Mundatmung zu lauter Musik | 2 bis 3 Std. |
| Rebirthing | aktivierend | Verbundene Mundatmung ohne Pause | 60 bis 120 Min. |
| 9D Breathwork | aktivierend | Conscious Connected Breathing mit neun Audioebenen | 60 bis 90 Min. |
| Verbundene Nasenatmung | regulierend | Langsam durch die Nase, ohne Pause zwischen Ein- und Ausatmen | 25 bis 60 Min. (Hypnobreath®) |
| Kohärentes Atmen | regulierend | Rund 6 Atemzüge pro Minute, ein und aus gleich lang | 5 bis 20 Min. |
| Buteyko | regulierend | Weniger und leiser atmen, durch die Nase, Kontrollpause | Minuten, mehrmals am Tag |
| Pranayama | meist regulierend | Wechselatmung, Summen, aber auch Feueratem | 5 bis 30 Min. |
Aktivierendes Breathwork
Die Wim-Hof-Methode verbindet ihre Atemrunden mit Kälte und Mindset. In einer Studie der Radboud-Universität Nijmegen (Kox und Kollegen, PNAS 2014) schütteten trainierte Teilnehmer mehr Adrenalin aus und reagierten schwächer auf einen künstlichen Entzündungsreiz.
Stanislav und Christina Grof entwickelten holotropes Atmen 1975 am Esalen Institute als Weg zu tiefen Bewusstseinszuständen ohne LSD, mit lauter Musik und einem Sitter an deiner Seite.
Rebirthing stammt von Leonard Orr aus den 1970er Jahren. Ich kenne die Methode von innen. Hitze, Hände, die sich nach 90 Minuten nicht mehr öffnen lassen, manchmal Schreien, manchmal Weinen.
9D Breathwork von Brian Kelly setzt auf Kopfhörer mit binauralen Beats und Solfeggio-Frequenzen und zielt auf emotionale Durchbrüche in einer einzigen Session.
Sanftes, regulierendes Breathwork
Bei der verbundenen Nasenatmung atmest du ohne Pause zwischen Ein- und Ausatmen, bei Hypnobreath® 4 bis 8 Atemzüge pro Minute im Takt der Musik.
Beim kohärenten Atmen mit rund sechs Atemzügen pro Minute schwingen Herzschlag und Atmung zusammen, die Herzratenvariabilität steigt.
Die Buteyko-Methode des Arztes Konstantin Buteyko aus den 1950er Jahren wird vor allem bei Asthma und Mundatmung eingesetzt. Sie ist eher Training als Erlebnis.
Pranayama, die Atemlehre des Yoga, kennt beide Richtungen. Wechselatmung (Nadi Shodhana) und Bienenatmung (Bhramari) beruhigen, der Feueratem (Kapalabhati) aktiviert.
Die sanften Formen kannst du jeden Tag machen, allein und ohne Erholungstag danach.
Was erlebt man in einer Breathwork-Session?
Du spürst deinen Körper deutlicher als sonst. Wärme, Kribbeln, Schwere oder Leichtigkeit. Oft kommen Emotionen hoch, manchmal Bilder und Erinnerungen.
Bei aktivierenden Formen ist das Kribbeln in Händen und Lippen fast die Regel, manchmal ziehen sich die Hände zusammen (Pfötchenstellung). Teilnehmer weinen, lachen, schreien. Eine Redakteurin der Zeitschrift Freundin hat ihren Selbsttest so überschrieben: Atmen, schreien, loslassen.
Bei sanften Formen werden die Hände warm und die Gedanken langsamer. Im Atemreport 2026 mit den Breathwork-Erfahrungen von 322 Menschen schreiben 16 % von Tränen und 10 % von Wärme oder Kribbeln im Körper.
Wie fühlt man sich nach einer Breathwork-Session?
Nach aktivierenden Formen beschreiben viele ein Hochgefühl und danach bleierne Müdigkeit. Nach sanften bist du ruhig und wach zugleich und schläfst oft besser. Nach zwei bis drei Wochen regelmäßiger Übung wird das Kopfkino auch am Tag leiser.
„Der Mix aus Meditation, Hypnose und Atmen ist fantastisch. Ich kann total tief abtauchen und habe selten andere Gedanken. In den Atempausen kann ich gut visualisieren."
Vera, auf Trustpilot
Sanftes Breathwork: So fühlt sich eine Hypnobreath®-Session an
Hypnobreath® ist eine sanfte Form von Breathwork. Hypnose, sanftes Breathwork und Musik laufen gleichzeitig: Du atmest verbunden durch die Nase im Takt der Musik, meine Stimme führt dich. Eine Session dauert 25 bis 60 Minuten.
Meine erste Atemmeditation habe ich 2019 auf einer Insel in Asien erlebt. Sofort war da, wofür ich vorher lange meditiert hatte: tiefe Ruhe, ohne mentale Anstrengung. Im ersten Lockdown 2020 habe ich daraus Hypnobreath® gemacht, mit verbundener Nasenatmung, Hypnose und produzierter Musik in einer Session.
So fühlt es sich an. Du liegst und atmest mit der Musik. Nach ein paar Minuten wird der Körper warm und schwer, der Kopf wird leise. In den Atempausen ist es ganz still, und dort tauchen oft Bilder auf. Meine Stimme ist die ganze Zeit da. Am Ende liegen die meisten noch still und gehen aufgetankt raus. Und sie kommen wieder. Ich nenne das Meditation ohne stundenlanges Stillsitzen, Atem- und Mentaltraining in einer Session.
Die Musik ist lizenziertes Frequenz-Design mit binauralen Beats in Delta, Theta und Alpha. Deshalb die Kopfhörer: Binaurale Beats brauchen ein eigenes Signal pro Ohr.
Die ersten drei Minuten aus „The Big Bang“, einer der lebhafteren Hypnobreath®-Sessions. Am besten mit Kopfhörern.
Die ganze Session in der Kostprobe hörenÜber 5.000 Kursteilnehmer haben Hypnobreath® inzwischen gemacht, über 340 haben ihre Erfahrungen aufgeschrieben. Für Hypnobreath® gibt es eine Bachelorarbeit von Nadine Vergote an der DIPLOMA Hochschule (Private Fachhochschule Nordhessen), 2024: 15 Probanden, sieben Wochen, Vorher-nachher-Vergleich ohne Kontrollgruppe. Danach lagen Resilienz (RS-13) 13 % und Atemeffizienz (BOLT) 43 % höher, die kognitive Leistungsfähigkeit (D2) 16 % höher und der Wert für Schlafprobleme (PSQI) 27 % niedriger.
Hypnobreath® gibt es in der Gruppe, online live, als Audio in der App und auf Retreats, etwa auf Ibiza.
„Ich machte schon seit ca. 1,5 Jahren unregelmäßig die Atemtechnik von Wim Hof und musste mich jeden Morgen dazu motivieren. Jetzt mit Deiner Hypno-Breath Meditation freue ich mich jeden Morgen sie zu machen"
Aus den Erfahrungsberichten, Woche 5
Eine sanfte Breathwork-Session selbst erleben
In der Kostprobe bekommst du sieben Tage lang drei Hypnobreath®-Sessions und die Aufzeichnung einer Live-Session. Kostenlos, ohne Abo.
Kostprobe erlebenIst Breathwork gefährlich?
Das hängt von der Form ab. Aktivierende Formen mit Hyperventilation können Schwindel, Kribbeln, Muskelkrämpfe und Panikgefühle auslösen. Anbieter fragen deshalb vorher Erkrankungen ab und begleiten vor Ort.
Langsame Nasenatmung belastet den Körper kaum. Bei Hypnobreath® ist nur die Atempause ein Punkt: Bei schweren Erkrankungen wird sie verkürzt, im Zweifel fragst du deinen Arzt. Die Pause dauert ohnehin nur so lange, wie es sich gut anfühlt. Bei über 5.000 Kursteilnehmern gab es bisher keinen einzigen Panikvorfall.
Welche Breathwork-Form passt zu wem?
Aktivierende Formen passen zu dir, wenn du eine Grenzerfahrung suchst, körperlich fit bist und einen begleiteten Rahmen hast. Wim Hof für Sportler und Kältefans, holotropes Atmen, Rebirthing und 9D für eine bewusst intensive, emotionale Erfahrung.
Sanfte Formen passen zu dir, wenn du runterkommen, besser schlafen oder gelassener werden willst. Wenn du etwas für jeden Tag suchst, dein Alltag schon genug Stress hat oder du mit Meditation bisher nicht warm geworden bist. Hypnobreath® passt, wenn du Atemtraining und Mentaltraining verbinden willst, mit Musik und Stimme.
Trainerin Andrea hat vier Breathwork-Ausbildungen gemacht und kennt die intensiven Methoden gut. In ihrer Praxis fragen Klienten heute am häufigsten nach Hypnobreath®.
Wenn du Breathwork-Sessions selbst anleiten willst
In Gruppen, online und mit gestressten Menschen ist sanfte Atemarbeit leichter zu führen. Niemand verkrampft, und du behältst auch mit 300 Leuten im Zoom die Übersicht. Welche Ausbildungen es gibt, steht in meinem Vergleich zur Breathwork-Ausbildung. In der Hypnobreath®-Ausbildung lernst du Hypnose als Handwerk und nimmst in wenigen Wochen deine eigene Hypnobreath®-Meditation mit deiner Stimme auf.
Häufige Fragen zur Breathwork-Session
Wie lange dauert eine Breathwork-Session?
Eine Runde Wim-Hof-Atmung dauert rund 15 Minuten, eine Hypnobreath®-Session 25 bis 60 Minuten, eine Gruppensession mit Einführung und Nachruhe meist 60 bis 120 Minuten. Ein Workshop-Tag holotropes Atmen dauert fünf bis acht Stunden.
Was kostet eine Breathwork-Session?
Gruppensessions kosten meist 20 bis 50 Euro, online eher weniger. Eine Einzelsession liegt bei 90 bis 120 Euro, ein Workshop-Tag holotropes Atmen bei 150 bis 280 Euro. Hypnobreath® kannst du in der Kostprobe sieben Tage kostenlos ausprobieren.
Kann ich Breathwork allein zu Hause machen?
Die sanften Formen ja, etwa kohärentes Atmen oder eine geführte Audio-Session wie Hypnobreath® mit Kopfhörern. Aktivierende Formen wie holotropes Atmen, Rebirthing oder 9D gehören in Begleitung. Die Wim-Hof-Atmung übst du nie im Wasser oder am Steuer.
Wie oft sollte man Breathwork machen?
Aktivierende Formen machen die meisten in größeren Abständen, oft als Workshop oder Retreat. Sanfte Atemarbeit kannst du täglich machen. In der Bachelorarbeit von Nadine Vergote (DIPLOMA Hochschule, 2024) schliefen 15 Teilnehmer nach sieben Wochen Hypnobreath® besser, ihr Wert für Schlafprobleme (PSQI) sank um 27 %.
Was ist der Unterschied zwischen Breathwork und Meditation?
Bei vielen Meditationsformen beobachtest du den Atem und lässt ihn, wie er ist. Bei Breathwork veränderst du ihn bewusst. Der Körper hat etwas zu tun, und der Kopf kommt dadurch oft schneller zur Ruhe. Sanfte Atemarbeit mit Stimme und Musik ist eine Form der Atemmeditation.
Hör dir eine ganze Hypnobreath®-Session an
Sieben Tage kostenlos: drei Sessions, eine Live-Aufzeichnung und die Basics, wie Atmung und Hypnose zusammenwirken.
Kostprobe erlebenQuellen und weiterführende Literatur
- Kox, Matthijs et al.: Voluntary activation of the sympathetic nervous system and attenuation of the innate immune response in humans. Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS), 111(20), 2014.
- Grof, Stanislav & Grof, Christina: Holotropic Breathwork. A New Approach to Self-Exploration and Therapy. SUNY Press, Albany NY, 2010.
- Nestor, James: Breath. The New Science of a Lost Art. Riverhead Books, 2020.
- McKeown, Patrick: The Oxygen Advantage. HarperCollins, 2015.
- Vergote, Nadine (2024): Bachelorarbeit zur Evaluation eines siebenwöchigen Hypnobreath®-Programms. DIPLOMA Hochschule (Private Fachhochschule Nordhessen), Studiengang Naturheilkunde und komplementäre Heilverfahren. Prä-Post-Vergleich, 15 Probanden, 7 Wochen, ohne Kontrollgruppe. Ergebnisse: Resilienz (RS-13) +13 %, Schlafqualität (PSQI, niedriger ist besser) −27 %, Atemeffizienz (BOLT) +43 %, kognitive Leistungsfähigkeit (D2) +16 %.
- Freundin: Atmen, schreien, loslassen: mein Selbsttest mit Breathwork, 14.10.2025.