Die direkte Antwort
Hypnobreath® wurde 2024 in einer Bachelorarbeit an der DIPLOMA Hochschule (Private Fachhochschule Nordhessen) untersucht. Autorin ist Nadine Vergote, Studiengang Naturheilkunde und komplementäre Heilverfahren. 15 Menschen haben sieben Wochen lang täglich eine Hypnobreath®-Meditation gemacht und vorher und nachher dieselben Tests durchlaufen. Danach lag die Resilienz (RS-13) 13 % höher, der Wert für Schlafprobleme (PSQI) 27 % niedriger, die Atemeffizienz (BOLT) 43 % höher und die Konzentration (D2) 16 % höher. Es ist eine kleine Vorher-nachher-Studie ohne Kontrollgruppe.
Nadine Vergote kam für ihre Abschlussarbeit auf mich zu. Sie wollte wissen, ob das, was Teilnehmer mir über ihren Schlaf, ihren Stress und ihre Energie schreiben, auch in standardisierten Tests auftaucht.
Hier steht, wie die Arbeit aufgebaut ist, welche Zahlen herauskamen und wo ihre Grenzen liegen. Die ganze Arbeit mit 67 Seiten kannst du unten als PDF lesen.
Was untersucht wurde
Die Arbeit fragt, wie sich sieben Wochen Hypnobreath® auf Schlaf, Stress und Energie auswirken. Dazu kommt eine zweite Frage: Bringt mehr Üben mehr Wirkung?
Der Titel lautet „Evaluation eines 7-wöchigen Hypnobreath-Programms anhand ausgewählter Gesundheitsparameter“. Bearbeitet hat Nadine Vergote sie vom 14. März bis 6. Juni 2024 an der DIPLOMA Hochschule, der Privaten Fachhochschule Nordhessen, im Studiengang Naturheilkunde und komplementäre Heilverfahren. Betreut hat sie Dr. Sonja Konrad. Abschluss ist der Bachelor of Science.
Aus den Fragen hat sie fünf Hypothesen gemacht. Hypnobreath® verbessert die Resilienz, die Schlafqualität, die geistige und die körperliche Leistungsfähigkeit. Und wer häufiger meditiert, verbessert sich stärker.
Wer mitgemacht hat
15 Menschen haben die sieben Wochen bis zum Ende durchgezogen. Geplant waren 38, so viele braucht man laut Fallzahlberechnung für eine Power von 0,9.
Gesucht wurde auf drei Wegen: über die Umfrageplattform der Hochschule, über meinen Newsletter und über eine Körperpsychotherapeutin, die ihren Klienten von der Studie erzählt hat. Mitmachen durfte, wer im Resilienzfragebogen RS-13 höchstens 73 Punkte hatte. Die Studie richtete sich also an Menschen, die sich eher gestresst fühlen.
Die Unterlagen gingen an 41 Interessierte. 26 schickten sie ausgefüllt zurück. 11 davon haben in den ersten Tagen abgebrochen oder gar nicht angefangen, meistens wegen Zeitmangel. Übrig blieben 15.
Wie gemessen wurde
Vorher messen, sieben Wochen üben, nachher messen. Eine Kontrollgruppe gab es nicht. Die Arbeit begründet das mit der kleinen Teilnehmerzahl und der begrenzten Zeit.
Los ging es am 16. Dezember 2023, Schluss war am 3. Februar 2024. Jede Woche gab es eine neue Hypnobreath®-Meditation, die täglich gemacht werden sollte. Danach wurde sie wieder gesperrt. Die sieben Meditationen hießen Grundvertrauen & Selbstbewusstsein, Fülle annehmen, Ruhe im Chaos, Verzeihen und Vergessen, Einzigartigkeit leben, Freiheit von Gedanken und Grenzenlos & Wach.
Wie oft und wie lange jemand meditiert hat, wurde über die Plattform DocSend aufgezeichnet. In Woche 1 lag die Teilnahme bei 85,7 % der möglichen Meditationen, in Woche 7 bei 78 %. Die meisten Sessions liefen zwischen 20 und 22 Uhr.
Die Tests haben die Teilnehmer nach einer Online-Einführung selbst durchgeführt und verschlüsselt per Mail geschickt. Jeder bekam eine Zufallsnummer, damit bei der Auswertung niemand wusste, wessen Werte er gerade vor sich hat.
| Bereich | Test | Was er misst |
|---|---|---|
| Stress | Resilienzskala RS-13 | Fragebogen zur Widerstandskraft, höher ist besser |
| Schlaf | Pittsburgh Sleep Quality Index (PSQI) | Fragebogen zu Schlafproblemen, niedriger ist besser |
| Konzentration | D2-Test, PQBD-Test, PASAT | Aufmerksamkeit, Tempo und Kopfrechnen unter Zeitdruck |
| Körper | Stuhl-Test (Wandsitzen), Plank | Haltedauer in Sekunden |
| Atem | BOLT-Test | wie lange du nach dem Ausatmen entspannt ohne Luft auskommst |
| Herz | Puls am Morgen | Schläge pro Minute direkt nach dem Aufstehen |
Ausgewertet wurde in Python mit dem gepaarten t-Test und dem Wilcoxon-Test, je nachdem, ob die Werte normalverteilt waren.
Was herauskam
Acht von neun Messungen haben sich signifikant verbessert. Nur beim Plank gab es keinen messbaren Unterschied. Die Tabelle zeigt die Mittelwerte der 15 Teilnehmer vorher und nachher.
| Messung | Vorher | Nachher | Veränderung | p-Wert | Effekt laut Arbeit |
|---|---|---|---|---|---|
| Resilienz (RS-13) | 58,33 | 66,00 | +13 % | 0,004 | stark |
| Schlafprobleme (PSQI) | 7,80 | 5,67 | −27 % | 0,023 | mittel (d = 0,66) |
| Atem (BOLT) | 21,33 s | 30,40 s | +43 % | 0,002 | siehe Grenzen |
| Konzentration (D2) | 162,07 | 187,73 | +16 % | 0,0002 | stark (d = 1,28) |
| Konzentration (PQBD) | 64,93 | 72,07 | +11 % | 0,014 | mittel (d = 0,72) |
| Kopfrechnen (PASAT) | 58,27 | 59,13 | +1,5 % | 0,018 | siehe Grenzen |
| Stuhl-Test | 94,07 s | 106,87 s | +14 % | 0,012 | mittel (d = 0,75) |
| Puls am Morgen | 67,13 | 61,27 | −9 % | 0,011 | mittel (d = 0,76) |
| Plank | 84,87 s | 88,07 s | +4 % | 0,64 | kein signifikanter Unterschied |
Am deutlichsten sind Resilienz und Konzentration. Der Puls am Morgen fiel im Schnitt um knapp sechs Schläge pro Minute, von 67 auf 61. Beim BOLT-Test kamen die Teilnehmer nach sieben Wochen neun Sekunden länger ohne Luft aus, das spricht für eine höhere CO2-Toleranz und eine ruhigere Atmung im Alltag. Wie die verbundene Atmung dabei auf den Vagusnerv wirkt, erkläre ich im Ratgeber dazu.
Die fünfte Hypothese hat sich nicht bestätigt. Wer häufiger meditiert hat, hat sich in dieser kleinen Gruppe nicht messbar stärker verbessert. Acht der neun Zusammenhänge waren nicht signifikant.
Nadine Vergote fasst es im Fazit so zusammen: Die Arbeit hat „positive Effekte auf Schlafqualität, Stresstoleranz, körperliche Fitness und kognitive Leistungsfähigkeit festgestellt“.
Wo die Studie an Grenzen stößt
15 Menschen ohne Kontrollgruppe zeigen eine Richtung. Einen Beweis im strengen Sinn liefern sie nicht. Die Arbeit nennt ihre Grenzen selbst, ich ergänze zwei Punkte aus der Auswertung.
Ohne Vergleichsgruppe lässt sich nicht trennen, was Hypnobreath® bewirkt hat und was sonst passiert ist. Erwartung, Jahreszeit, die Zeit nach Weihnachten: All das kann mitspielen. Dazu kommt, dass nur Menschen mit eher niedriger Resilienz mitmachen durften. Wer niedrig startet, liegt beim zweiten Messen oft schon von allein etwas höher.
Schlaf und Resilienz wurden per Fragebogen erfasst, die übrigen Tests haben die Teilnehmer zu Hause selbst gemacht. Ein Teil kam über meinen Newsletter, kannte Hypnobreath® also schon und mochte es vermutlich. Und sieben Wochen sagen nichts darüber, wie lange die Veränderung hält.
Bei der Auswertung sind mir zwei Dinge aufgefallen. Im Methodenteil steht als Grenze für Signifikanz p < 0,005, ausgewertet wird dann mit p < 0,05. Mit der strengeren Grenze bleiben Resilienz, Konzentration (D2) und Atem (BOLT) signifikant. Außerdem sind die Effektstärken der drei Wilcoxon-Tests nicht sauber gerechnet: Ein Wert von 1,68 bei der Resilienz ist für diese Kennzahl mathematisch nicht möglich, und eine Effektstärke von 0 bei BOLT und PASAT passt nicht zu den signifikanten p-Werten. Belastbar sind dort die Mittelwerte und die p-Werte.
Was ich daraus mitnehme
Die Zahlen decken sich mit dem, was mir Teilnehmer seit Jahren schreiben: besser schlafen, ruhiger reagieren, klarer im Kopf. Im Atemreport 2026 habe ich dafür 1.011 Kommentare ausgewertet. Der nächste Schritt wäre eine größere Studie mit Kontrollgruppe. Wer an einer Hochschule dazu forschen will, kann sich gern bei mir melden.
Die ganze Arbeit als PDF
Die Bachelorarbeit liegt hier vollständig, mit allen Tabellen, Hypothesen und Quellen. 67 Seiten, knapp 1 MB.
So zitierst du die Arbeit
Für Presse, Hausarbeiten und Artikel:
Vergote, N. (2024). Evaluation eines 7-wöchigen Hypnobreath-Programms anhand ausgewählter Gesundheitsparameter [Bachelorarbeit, DIPLOMA Hochschule, Private Fachhochschule Nordhessen, Studiengang Naturheilkunde und komplementäre Heilverfahren]. https://hypnobreath.de/studie
Wenn du die Methode selbst beschreiben willst, findest du alles Wichtige unter Was ist Hypnobreath®.